Service im Handwerk

22. Dezember 2009

Rechnet sich das?

Abgelegt unter: Allgemein — heike.eberle @ 17:18

Immer wieder gibt es Kunden, für die man mehr als das Nötige macht, weil man einen guten Draht zu ihnen hat oder weil es Spass macht, seinen Kunden zu helfen. Oftmals könnte man dann zu Recht die betriebswirtschaftliche Frage stellen: Rechnet sich das wirklich?

Die klare und eindeutige Antwort würde dann schlicht und ergreifend heißen: Nein, das rechnet sich nicht. Der persönliche Einsatz, das außerordentliche Engagement bekommt man in den seltensten Fällen bezahlt.

Reine Zahlenmenschen wären jetzt schnell bei der Hand zu sagen: Dieser Kunde rechnet sich nicht mehr, für den werde ich künftig den Teufel tun. Sie lösen sich von dieser Geschäftsbeziehung: Sie werden unzuverlässig, rufen nicht zurück, arbeiten kein Angebot aus - weiß der Kuckuck alles.

Mal Hand aufs Herz: Weiß man wirklich immer ganz genau, ob sich der persönliche Einsatz, das Engagment nicht doch lohnt? Könnte es nicht sein, dass man durch exzellenten Service und außerordentlichem Einsatz nicht für Folgeaufträge und Empfehlungsaufträge sorgt.

Beispiele aus der Praxis gibt es genügend, wo die Frage erlaubt ist: Rechnet sich das?
- Ein EDV-Mann rechnet nicht voll seine Man-Power-Stunden ab, die er für die Fehlersuche tatsächlich benötigt. Er sagt sich selbst, dass die Stundenanzahl so immens ist. Ihm ist es lieber, wenn ihn der Kunde als Treuekunde erhalten bleibt.
- Ein Hotelbetrieb bietet bei Betriebsveranstaltungen einen kostenlosen Fahrservice an.
- Ein Steuerberater informiert seine Mandanten über wichtige gesetzliche Änderungen persönlich und individuell. Dafür nimmt er kein EURO mehr.
- Ein Bauunternehmer vermittelt einem x-beliebigen Kunden (kein Stammkunde) aufgrund eines Wasserschadens Gutachter, weitere Ausbau-Handwerker, obwohl er selbst keinen müden EURO daraus erhält.

Wenn sich etwas auf den ersten Blick nicht rechnet, mag sich das auf den zweiten Blick rechnen.

8. Dezember 2009

Wie bei der Telekom…

Abgelegt unter: Allgemein — heike.eberle @ 07:44

Gestern hatte ich mal wieder ein Erlebnis, wo sich die Service-Experten im Grab rum drehen würden.  In Kürze: Ich benötigte einen Termin für eine Pritsche, bei der sich die Wegfahrsperre aktivierte.  Zwanzig Minuten wurde ich im ganzen Haus dieser Werkstatt hin- und herverbunden, keiner fühlte sich zuständig, keiner hörte mir genau zu, keiner wollte mir schnell helfen. Vorsicht:  Kunde droht mit Arbeit!

5 Dinge, die mir aufgestossen sind:

1. Die Telefonleitungen bimmelten bei den 5 Ansprechpartner, mit denen ich verbunden wurde, jedesmal erstmal ins Leere.

2. Mein Anliegen wurde nicht richtig einsortiert. Aus einer Pritsche wurde ein Vito, so dass ich im ganzen Haus hin- und hergeschickt worden bin.

3. Schließlich versprach man mir einen Rückruf (nach 20 Minuten erfolglosem Verbinden und Suchen des richtigen Ansprechpartners). Eine verbindliche Auskunft, wann der Kollege zurückrufen wird, erhielt ich nicht.

4. Der Rückruf kam dann zwar schneller als erwartet. Jedoch war ich zu dieser Zeit in einem wichtigen Telefonat. Der Anrufer hatte keine Geduld und legte bereits nach 4mal Bimmeln auf.

5. Ein weiterer fälliger Rückruf blieb aus gemäß dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wieder der Eindruck: Der Kunde könnte ja mit Auftrag drohen.

Diese Autowerkstatt könnte ganz viel lernen, wie es anders gehen könnte: Verbindlich, freundlich, ohne lange Wartezeiten - einfach und zeitsparend!

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